IKK Südwest - iss einfach besser

Superfood aus der Region: Das Brot der Bäckerei Kleinbauer aus Dudweiler (Saarland)

IKK Südwest:

Guten Tag Herr Kleinbauer, stellen Sie doch bitte mal sich und Ihre Bäckerei vor!

Hans-Jörg Kleinbauer:

Die Bäckerei Kleinbauer gibt es schon seit 1962 und wurde von meinem Vater in Dudweiler gegründet. Mein Vater ist Bäckermeister, meine drei Brüder und ich ebenfalls. Im Jahr 1988 habe ich den Betrieb meines Vaters übernommen und erweitert. Mittlerweile haben wir Verkaufsstellen in Dudweiler, Scheidt und St. Ingbert. In der Zeit von 1988 bis heute haben wir uns auf knapp 30 Mitarbeiter vergrößert – im Verkauf, in der Backstube, im Büro und als Fahrer.

IKK Südwest:

Sie sind also auch Arbeitgeber. Wie steht es aktuell um den Nachwuchs in Ihrem Handwerk?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Als Bäcker ist es so: Wenn ich einen Betrieb führe, habe ich auch das Interesse, in der Produktion oder im Verkauf auszubilden. Nur mit ausgebildeten Fachkräften kann man in Zukunft dieses Handwerk  lebendig halten. Wir sind in der Hitliste der beliebten Ausbildungsberufe leider nicht ganz oben, da wir auch nachts arbeiten. Das ist natürlich eine Herausforderung für den Auszubildenden. Aber auch Ärzte, Angestellte der Stadtwerke, Arbeiter im Bergbau oder auf der Hütte müssen nachts arbeiten.


IKK Südwest:

Sie üben in Ihrer Bäckerei das traditionelle Backhandwerk aus. Worin unterscheiden Sie sich von einer Großbäckerei?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Als Handwerksbäcker oder Brotmanufaktur, wie wir uns bezeichnen, stellen wir unsere Teige ohne Fertigmehle her und haben unsere Brötchen und Brotrezepte selbst gemacht. Das sind noch die alten Rezepte meines Vaters. Wir arbeiten mit Sauerteig, der in jedem Brot drin ist. Wir fertigen nach traditionellen Rezepten, und unsere Brotqualitäten ergeben sich aus langen Ruhezeiten. Je länger ein Teig ruht, desto mehr Geschmacksstoffe bilden sich in dem Teig; die Zeit, die wir hier investieren, kommt letztendlich dem Geschmack und den Kunden zugute. Damit setzen wir uns von der Herstellungsweise der Brotindustrie ab.

IKK Südwest:

Sie sind der Vater des IKK-Brotes – beschreiben Sie doch mal kurz wie es zu dem Brot gekommen ist.

Hans-Jörg Kleinbauer:

Als ich von Dr. Jörg Loth, Vorstand der IKK Südwest, angesprochen wurde, ein Brot mit der IKK zu kreieren und dabei noch etwas Gutes für die Aktion Sternenregen von Radio Salü zu tun, dachte ich: „IKK? Welche Zutaten könnte man diesem Brot zusetzen, damit es zur IKK passt?“ Dann habe ich überlegt, welche Zutat für das „I“ in Frage kommen könnte, und am Abend, als meine Frau Ingwer für den Tee geschnitten hat, fiel mir ein, dass es Ingwer auch in Pulverform gibt. Das haben wir dann ausprobiert. Für das erste „K“ kamen mir dann Kürbiskerne und für das zweite „K“ Kleie in den Sinn. Diese drei Zutaten wurden dann zum Rezept eines Roggenmischbrotes, bestehend aus Roggen- und Weizenmehl, beigefügt. Es hat eine Zeit lang und mehrere Backversuche gedauert, bis wir die richtige Menge Ingwer und der übrigen Zutaten raus hatten, und ein schmackhaftes Brot, welches unseren hohen Qualitätsansprüchen entspricht, guten Gewissens verkaufen können.

IKK Südwest:

Was ist das Besondere am IKK-Brot?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Das Besondere ist, dass es ein sprichwörtlich handwerklich hergestelltes Brot ist, das also nichts mit Fertigmehlen zu tun hat und selbstverständlich mit wertvollen Rohstoffen gefertigt wird.

IKK Südwest:

Was kann man sonst noch in Ihrer Bäckerei kaufen? Gibt es lokale Spezialitäten?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Ich backe sehr gerne Brot. Da ich aber auch Unternehmer bin, backe ich natürlich das, was den Kunden am besten schmeckt, nicht das, was mir am besten schmeckt. Alles in hervorragender Qualität. Wir haben eine gewisse Vielfalt, können aber nicht alle Sorten jeden Tag backen und verkaufen. Wir verteilen unser Angebot daher auf mehrere Tage, um sicherzustellen, dass wir die optimale Qualität aus einem Produkt herausholen.

Als regionale Spezialität möchte ich neben dem bereits erwähnten IKK-Brot gerne auch die Bliesgau-Kruste nennen, die wir zusammen mit dem Saarpfalz-Kreis und dem UNESCO Biosphärenreservat Bliesgau entwickelt haben. Hierbei setzen wir auf das regionale Mehl der Bliesmühle in Blieskastel-Breitfurt, welches wiederum von den Landwirten aus dem UNESCO-Biosphärenreservat stammt. Sowas kommt natürlich sehr gut an.

IKK Südwest:

Sie stellen selbst Sauerteig her – was hat es damit auf sich?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Sauerteig ist für mich die Seele des Betriebes. Jeder Betrieb hat seinen eigenen Sauerteig, den er herstellt, um Brot zu backen. Prinzipiell ist es so: Je mehr Roggenmehl man in einem Brot verarbeitet, desto saurer schmeckt es. Roggen wird erst durch Säure backfähig. In einem Sauerteig, der geführt wird, sind Essig- und Milchsäure zu zwei Dritteln enthalten. Das letzte Drittel machen ungefähr 200 bis 300 Säuren aus, die jeweils in sehr kleinen Mengen zu finden sind. Sauerteig wird über die Temperatur und die Festigkeit des Teiges geführt. Dann bildet sich diese Säurenvielfalt, die das gewisse Etwas ausmacht. Die Bestandteile im Mehl des selbstgemachten Teiges verquellen besser als die einer Fertigmischung und werden zum Schluss vom Körper auch besser aufgenommen. Früher gab es Fertigmehle, sodass sich die einzelnen Bäcker untereinander vom Geschmack ihrer Brote nicht mehr unterschieden konnten. Heute benutzt man diese Fertigmehle nicht mehr – jeder Bäcker stellt ein handwerkliches Brot mit eigenem Rezept her. So hat jeder Bäcker seine Besonderheit.

IKK Südwest:

Brot auf Sauerteigbasis – welche Vorteile bringt es mit sich? Für wen ist es ganz besonders gut geeignet?

Hans-Jörg Kleinbauer:

Der Sauerteig, der über Stunden und Tage geführt wird, ist natürlich ein Vorteig. Dieser Vorteig bzw. Brote, die mit diesem Teig gemacht werden, haben den Vorteil, dass sie länger frisch bleiben, da Sauerteig einen natürlichen Schimmelschutz hat. Dieser natürliche Sauerteig ist das Beste, was ein Bäcker seinem Brot zusetzen kann. Es ist ein gesundes, bekömmliches Brot. Von älteren Kunden hören wir oft, dass ihnen unser Brot nicht nur sehr gut schmeckt, sondern dass es ihnen auch gut bekommt.

Das ist eigentlich das Krönchen der Qualität.

IKK Südwest:

Jetzt wollen wir aber auch mal kosten. Haben Sie eine Empfehlung für uns, wie man es am besten genießt.

Hans-Jörg Kleinbauer:

Eine generelle Empfehlung von mir als Bäckermeister: Mit Butter wird jedes Brot zu einem noch größeren Genuss. Das gilt natürlich auch für das IKK-Brot. Wenn wir als Bäcker ein Fest feiern und uns den Kopf über Vorspeisen zerbrechen, stellen wir einfach das restliche Brot mit Butter, Schmalz oder gesalzener Butter hin. Und jeder sagt, dass es so einfach genial schmeckt.

Das saure IKK-Brot schmeckt gut mit Käse oder Marmelade. Eigentlich passt alles dazu. Es hat einen sehr eigenen, dominanten Geschmack. Das wollten wir auch so. Das Brot ist das Wichtigste und jeder kann es je nach seinen Vorlieben bestreichen oder belegen.

IKK Südwest:

Vielen Dank für die schönen Einblicke, Ihre Bereitschaft und die lehrreichen Informationen!

Superfood aus der Region: Milch vom Biolandhof Wack (Saarland)

IKK Südwest:

Guten Tag Herr Wack, stellen Sie doch bitte mal sich und Ihren Hof vor?

Daniel Wack:

Unser Hof befindet sich in Ommersheim im Saar-Pfalz-Kreis im Biosphärenreservat Bliesgau. Unseren Hof gibt es seit mehr als 50 Jahren. Wir arbeiten vielfältig, aber unser Hauptbetriebszweig sind die Milchkühe. Zusammen mit der Nachzucht sind rund 200 Rinder auf unserem Hof. Außerdem haben wir 750 Legehennen in Mobilstallhaltung, 40 Mastschweine und 30 bis 40 Schafe. Dazu kommt noch der Ackerbau, so dass unser Betrieb so ziemlich alles abdeckt.
Eine Besonderheit ist, dass wir den Großteil unserer Produkte direkt vermarkten und hier in der Region absetzen. Die Eier, Fleisch und Wurstwaren, die wir produzieren, verkaufen wir in unserem Hofladen, und unsere Milch wird über die Bliesgau-Molkerei vermarktet. Somit wird der ökologische Gedanke umgesetzt, dass alles, was in dieser Region entsteht, auch hier bleibt.

IKK Südwest:

Sie sind Bio-Landwirt und führen das Bioland-Siegel. Was unterscheidet Sie von einem konventionellen Bauernhof?

Daniel Wack:

Um das Biosiegel zu erhalten, muss man Vorschriften einhalten, die alle Bereiche des Betriebes betreffen. Wichtig ist also, dass alles, was im Betrieb passiert, einheitlich Bio ist. Man kann also nicht sagen: „Unsere Milch ist Bio, aber unser Schweinefleisch nicht.“
Diese Vorschriften beinhalten unter anderem dass Tiere genügend Platz haben und den Freilauf der Kühe von April bis November. Das Futter muss ökologisch produziert werden, der Einsatz von Medikamenten ist streng geregelt, und auf dem Acker dürfen keine chemischen Stoffe verwendet werden.
Diese Regeln sind dazu da, um das Tierwohl zu erhöhen, die Böden und damit auch die Natur zu schonen. Was uns also grundlegend von der konventionellen Landwirtschaft unterscheidet, ist die Energie, die wir in unsere Arbeit stecken, um diesen Regelungen gerecht zu werden.


IKK Südwest:

Sie bieten Führungen für Besucher auf Ihrem Hof an. Wie wichtig ist es Ihnen, das Bewusstsein für regionale Produkte bei Verbrauchern und Kindern zu stärken?

Daniel Wack:

Besuche bieten wir an, seitdem wir unseren Hof auf ökologische Landwirtschaft umgebaut haben. Früher hat meine Mutter selbst nebenher Führungen mit Kindergartengruppen und Schulklassen gemacht. Mittlerweile gibt es einen gemeinnützigen Verein, der für solche pädagogischen Angebote verantwortlich ist. Der Verein heißt „Grüne Pause e.V.“. Sein Ziel ist es, Menschen das Leben auf dem Hof näherzubringen und zu zeigen, wo und wie unsere Lebensmittel entstehen.
Wir stellten fest, dass in allen Altersschichten sehr viel Unwissen herrscht, was die Produktion von Lebensmitteln betrifft. Und genau aus diesem Grund ist es uns so wichtig, den Leuten zu zeigen, wie ganz natürliche Prozesse überhaupt funktionieren, zum Beispiel wieso die Kuh Milch gibt und das Huhn Eier legt.
Neben Kindergartengruppen und Schulklassen besuchen uns auch privat organisierte Gruppen wie Familien oder Gruppen der Volkshochschule. Außerdem bieten wir Ferienaktivitäten und Bauernhofzeltlager für Kinder an.


IKK Südwest:

Sie besitzen einen hofeigenen Laden. Daneben unterhalten Sie die „Milich Heisjer“ – was hat es damit auf sich?

Daniel Wack:

Unseren Hofladen gibt es schon seit 1984 und die Nachfrage nahm irgendwann ab. Wir haben überlegt, wie wir unsere Direktvermarktung erweitern könnten, um wieder mehr menschen für unsere Erzeugnisse zu interessieren. Dann haben wir unser erstes Milich Heisje hingestellt. Das ist ein Häuschen, das wie ein kleiner Selbstbedienungsladen funktioniert: In dem Häuschen ist ein Kühlschrank mit Milch, Eiern und Wurst. Außerdem gibt es Getränke und Müsliriegel, was besonders für Wanderer und Spaziergänger interessant ist. Die Leute nehmen sich, was sie brauchen und werfen das Geld passend in die Kasse. Das hat sich recht schnell rumgesprochen und kam unglaublich gut an.

IKK Südwest:

Milch als Superfood – welche Nährstoffe besitzt Ihr Superfood?

Daniel Wack:

Unsere Milch hat einen natürlich hohen Fettgehalt von mindestens 3,7%, im Winter sogar noch etwas mehr. Wir sorgen dafür, dass unsere Milch so wenig wie möglich verarbeitet wird, um sie natürlich zu erhalten. Uns ist wichtig, dass alle Inhaltstoffe, die die Milch hergibt, auch im Endprodukt erhalten sind. Milch ist selbstverständlich Geschmackssache. Wenn die Milch möglichst natürlich ist, so wie unsere, ist sie gesund für jeden. Dann kann sie bedenkenlos sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen genossen werden. Außer denen mit einer Kuhmilchallergie.



IKK Südwest:

Vielen Dank für die schönen Einblicke, Ihre Bereitschaft und die lehrreichen Informationen etc.!

Superfood aus der Region: Fleisch aus der Metzgerei Süss (Rheinland-Pfalz)

IKK Südwest:

Guten Tag Frau Süss, stellen Sie doch bitte mal sich und Ihre Metzgerei vor.

Alexandra Süss:

Ich bin die Alexandra Süß, Fleischermeisterin von Beruf und ich habe mit meiner Schwester zusammen die Metzgerei meiner Eltern übernommen. Die Metzgerei gibt es seit 1902 und wir sind jetzt in der vierten Generation. Wir haben 42 Mitarbeiter, darunter Gesellen und Mitarbeiter im Verkauf. Wir sind an sieben Standorten vertreten, die sich im Umkreis von 20 Kilometern befinden. Unsere Filialen stehen in den Nachbarorten und die Verkaufsstellen sind generell regional begrenzt.

IKK Südwest:

Sie sind ein Familienbetrieb und führen ein regionales Unternehmen. Worin unterscheiden Sie sich von Großmetzgereien?

Alexandra Süss:

Ich denke, was uns grundlegend unterscheidet ist der persönliche Kundenkontakt. Ich bin dadurch flexibler, wenn es um Kundenwünsche geht. Braucht ein Kunde z. B. in einer halben Stunde einen Rollbraten mit Paprika, dann habe ich das in zehn Minuten erledigt. Ich habe Fleischer vor Ort, die das schnell herstellen können, und da ich auch immer da bin, kann ich natürlich reagieren und direkt auf den Kundenwunsch eingehen.

IKK Südwest:

Sie sind ein tief in der Region verwurzeltes Familienunternehmen. Welche Rolle spielt Regionalität für Sie?

Alexandra Süss:

Da wir hier im reinen Spargel, Wein- und Obstbaugebiet sind, gibt es in der Umgebung keine Tierhaltung. Wir müssen daher auf die Eifel oder den Odenwald ausweichen, wenn es um den Einkauf von Fleisch geht. Regional ist in unserem Fall eben nicht realistisch.

Trotzdem ist uns die Qualität natürlich wichtig. Wir arbeiten mit einem Familienbetrieb zusammen, der ähnlich strukturiert ist wie unserer. Wir werden täglich beliefert, deswegen können wir auf Kundenwünsche so schnell eingehen.

Wir nehmen auch öfter mal für kurze Zeit zusätzlich etwas in unser Programm auf, auch außergewöhnliche Sorten, wie Lamm aus Neuseeland oder Luxemburger Roastbeef. Das Fleisch ist traumhaft. Ich würde uns daher als vielseitig, aber qualitativ beständig bezeichnen.

IKK Südwest:

Was kann der Kunde in Ihren Metzgereien erwerben?

Alexandra Süss:

Wir stellen 90 % unserer Waren selbst her. Unser Angebot reicht von Fleischwurst, hausgemachter Pfälzer Leberwurst oder Blutwurst über Spezialitäten wie den Saumagen und Rohwürstchen. Außerdem hat neben unserer Fleischtheke jede unserer Filialen auch eine internationale Käseauswahl. In Weisenheim verkaufen wir sogar Fisch. Diese Fischtheke ist von Donnerstag bis Samstag geöffnet.


IKK Südwest:

Welche Spezialitäten aus der Region sind hierbei besonders beliebt?

Alexandra Süss:

Unsere beliebtesten Produkte sind die Pfälzer Leberwurst und der Saumagen. Dieses Gericht polarisiert natürlich alleine schon aufgrund des Namens. Ursprünglich ist es ein Gericht, das die ärmere Bevölkerungsschicht gegessen hat. Weil man nicht so viel Fleisch hatte, wurde das Fleisch, das da war, mit Kartoffeln ,,gestreckt“. Heutzutage ist es eine Delikatesse.

IKK Südwest:

Wie wird der Pfälzer Saumagen denn hergestellt?

Alexandra Süss:

Es wird aus grob gewolftem Schweinefleisch, Kartoffeln, Schweinemett und Brät, welches alles verbindet, hergestellt. Außerdem geben wir optional Lauch dazu, welcher natürlich auch als Geschmacksträger dient. Die grobe Fleischeinlage wird gewolft, dann Schweinemett und Brät dazugegeben. Wir garen Kartoffelwürfel vor und fügen sie dann zusammen mit dem Lauch und Gewürzen hinzu. Die Zutaten werden vermengt und anschließend in die Därme gefüllt. Früher wurde die Masse in Schweinemägen gefüllt, daher der Name. Den Saumagen kann man im Backofen oder in siebendem Wasser zubereiten.

IKK Südwest:

Was raten Sie beim Fleischverzehr mit Blick auf die Gesundheit?

Alexandra Süss:

Wer auf seine Gesundheit achten möchte, sollte in geringeren Mengen genießen, genau so wie mit Wein. Wenn ich jeden Tag zwei Flaschen trinke, dann besteht ein Problem. Wenn ich mir ihn aber als Genuss gönne, dann ist es etwas Tolles.

Fleisch symbolisiert für mich Lebensqualität und auch Lebenskraft.


IKK Südwest:

Wir danken Ihnen, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Superfood aus der Region: Sonnenblumenkerne vom Schoßberghof (Rheinland-Pfalz)

IKK Südwest:

Guten Tag Frau Groß, stellen Sie doch bitte mal sich und Ihren Hof vor.

Marion Groß:

Wir führen unseren Schoßberghof in Minfeld seit 1986 als Familienbetrieb in fünfter Generation. Wir betreiben seither Acker- und Gemüsebau. Im Jahre 2003 haben wir den Hofladen eröffnet, seit 2010 sind wir ein Biolandbetrieb. Wir vermarkten unsere und auch andere Produkte aus der regionalen Gegend in unserem Hofladen.

Heute haben wir keine Tiere mehr auf unserem Hof. Wir hatten früher Hühner, aber das wurde uns zu viel.

IKK Südwest:

Sie sind ein Bioland-Betrieb, tief verankert in der Region. Worin unterscheiden Sie sich von der konventionellen Landwirtschaft?

Marion Groß:

Die Biolandwirtschaft verwendet im Gegensatz zur konventionellen keine Chemie. Egal, ob bei Schädlingen oder bei Pilzbefall, wir dürfen und wollen keine Chemie anwenden.

Wir verzichten auf Monokulturen, davon profitiert dann im Endeffekt auch der Bauer, da es zu keinen großen Schädlingsvorkommen kommt. Wir achten also auch darauf, abwechslungsreich anzubauen, so dass unser Boden immer in einem guten Gleichgewicht bleibt. Uns ist auch besonders wichtig, dass wir den Boden nicht mit Chemikalien missbrauchen, sondern auf rein natürlichem Weg anbauen.

IKK Südwest:

Für alle, die den Begriff noch nicht kennen: Erklären Sie bitte, was es mit „Monokultur“ auf sich hat.

Marion Groß:

Monokultur bedeutet, auf dem gleichen Feld mehrere Jahre lang das Gleiche anbauen, z. B. zehn Jahre lang nur Mais. Monokultur laugt den Boden aus und im konventionellen Bereich werden auch noch Nährstoffe mit Dünger zugeführt. Diese Herangehensweise ignoriert die Natur komplett. Deshalb ist es uns so wichtig, dass bei unserer Biolandwirtschaft jedes Jahr etwas anderes in die Erde kommt.

IKK Südwest:

Was erwartet den Besucher auf Ihrem Hof?

Marion Groß:

Wir bieten keine Führungen an. Aber unser Hofladen hat jeden Tag außer mittwochs geöffnet. Wir backen dreimal die Woche frisches Brot. Wir verkaufen in unserem Laden selbstgemachte Produkte. Unsere Tochter stellt aus Sojabohnen selbst Tofu her, wir stellen auch aus eigenem Gemüse unterschiedliche Pestos her (z.B. Bärlauch, Basilikum) und legen auch selbst Gurken oder Rote Bete ein. Außerdem bieten wir Chutneys und regionale Eier von umliegenden Höfen an.

Wir verkaufen vom frühen Sommer bis Herbst saisonal. Anfang des Jahres sind die Lagergemüse dann alle aufgebraucht und wir müssen auf Auslandsware zurückgreifen, was aber ganz normal ist.


IKK Südwest:

Sie bauen ja auch Sonnenblumen an – wie kann man sich das übers Jahr gesehen vom Ablauf her vorstellen?

Marion Groß:

Zuallererst muss der Boden gut bearbeitet werden, damit die Saat gut aufgeht. Ab April, wenn das Wetter besser wird, wird eingesät. Dabei müssen wir auch den Mondkalender beachten und prüfen, ob Saatzeit und somit optimale Voraussetzungen gegeben sind. Die Felder müssen mit einem Rechen „gestriegelt“, also von Unkraut befreit werden. Wenn unsere Sonnenblumen anfangen zu reifen und braun werden, werden sie im September mit dem Mähdrescher geerntet.

IKK Südwest:

Wie wird dann aus den Sonnenblumenkernen Sonnenblumenöl?

Marion Groß:

Die Sonnenblumen werden von Holzteilen und Unkraut in der Reinigungsmaschine befreit, gelagert und kommen zu guter Letzt in unsere Ölmühle.
Wir haben eine kleine Ölmühle, dort kommen die Sonnenblumenkerne mit Schale hinein und werden gepresst. Die trockenen Abfallprodukte werden wieder auf den Acker gefahren.

IKK Südwest:

Für wen ist das Sonnenblumenöl gut geeignet?

Marion Groß:

Unser Sonnenblumenöl ist gut für die Küche geeignet, z. B. kann man das Öl zum Braten oder im Salat verwenden. Das Öl ist nicht gehärtet und kann wunderbar vom Körper aufgenommen werden. Auch Nährstoffe aus bestimmten Gemüsesorten (z. B. Karotten) können vom Körper oft nur in Verbindung mit Öl aufgenommen werden. Die Sonnenblume ist in der Region heimisch und das schmeckt man auch.


IKK Südwest:

Wir danken Ihnen, dass Sie sich Zeit für uns genommen haben.

Superfood aus der Region: 
Der Ziegenkäse vom RechHof in Schalkenbach (Rheinland-Pfalz)

IKK Südwest:

Guten Tag Frau Kupka, stellen Sie doch bitte mal den RechHof vor.

Christine Kupka:

Nachdem unser Sohn seine schulische Ausbildung abgeschlossen hatte, arbeitete er zunächst als Aushilfe bei einer Waldfarm mit einer kleinen Ziegenzucht. Anschließend begann er dann eine Ausbildung in der Landwirtschaft. Da es ihm sehr viel Spaß bereitete, gründeten wir nach seiner Ausbildung gemeinsam einen Ziegenhof.

IKK Südwest:

Wieviele Ziegen besitzen Sie?

Christine Kupka:

Wir haben jetzt rund achtzig Ziegen. Man rechnet eigentlich nur die Ziegen, die gemolken werden. Nachwuchs erwarten wir mindestens genauso viel; dieses Mal sehr viele Ziegen-Zwillinge.

IKK Südwest:

Sie betreiben Biolandwirtschaft. Was unterscheidet diese von der 
konventionellen Landwirtschaft und wie bekommt man so ein Siegel?

Christine Kupka:

Es gibt Richtlinien für eine artgerechte Haltung, die unter anderem beinhalten, dass der Platz für alle Tiere großzügig bemessen ist. Man sollte zudem so wenig Medikamente wie möglich verwenden. Es gibt gute biologische Ersatzmittel, beispielsweise Tannenäste gegen Wurmbefall. Bio bedeutet auch einen sorgsamen Umgang mit dem Futter der Tiere. Wir füttern unsere Ziegen mit Kräuterwiesen. Die Tiere benötigen Frischfutter und Raufutter. Wichtig ist uns auch die Artenvielfalt auf der Wiese. Wir bringen keine Gülle und keinen Klärschlamm auf. Wir haben uns für die Düngung die effektiven Mikroorganismen zunutze gemacht. Das ist ein Kräuterauszug mit besonders vielen Mikroorganismen, den wir auf die Wiese und auf das Heu aufbringen.

IKK Südwest:

Und wie sieht es hier mit Blick auf den Käse aus?

Christine Kupka:

Die Milch wird erhitzt, es kommt eine Kultur dazu. Eine Kultur ist eine Ansammlung von Organismen, in dem Fall ein Pulver, das den Käse bestimmt. Es gibt Kulturfirmen, die die Kulturen herstellen. Die Herstellung muss äußerst hygienisch vonstattengehen. Die Firmen geben auch das Rezept dazu, damit die Verhältnisse harmonieren. Für die Kulturen gibt es kein Biosiegel, aber das Lab, welches die Milch gerinnen lässt, muss Bio sein. Und die Kräuter, die in den Käse kommen, sind natürlich auch Bio.

IKK Südwest:

Sie bieten Urlaub auf Ihrem Hof an. Wie wichtig ist es Ihnen, das Bewusstsein 
für regionale Produkte zu stärken?

Christine Kupka:

Der Aufwand, Gäste in den Stall zu lassen, ist zeitlich schon sehr hoch; wir teilen uns das auch auf. Wir machen es aber sehr bewusst und laden auch Grundschulen und Kindergärten ein, damit sie auch sehen, wo die Lebensmittel herkommen und welche Tiere das sind. Sie stellen auch viele Fragen, die wir dann auch vor Ort beantworten. Und natürlich können sie bei uns Milch und Käse probieren.

IKK Südwest:

Projekt SoLaWi – Was genau bedeutet das und welche 
Rolle spielen Sie dabei?

Christine Kupka:

SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass einer etwas erzeugt und andere daran teilhaben. Also dass man nicht nur sporadisch einkauft, sondern sich über einen Vertrag an einen Erzeuger bindet und ihn unterstützt, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Dadurch lernt man, dass es normal ist, dass in der Landwirtschaft mal etwas nicht zu haben ist. Durch monatliche und jährliche Beiträge unterstützt man den Landwirt, damit er weiterleben kann.

IKK Südwest:

Wie startet der Käseherstellungsprozess im neuen Jahr?

Christine Kupka:

Wenn wir Anfang des Jahres kleine Ziegen haben, trinken diese jeweils bei der Mutter für einen gegenwert von rund hundert Euro Milch; nach circa vier bis sechs Wochen kann ich anfangen mit dem Käsen. Dann trinken die Zicklein zwar immernoch tagsüber Milch, aber trotzdem können wir die Mütter morgens melken und sortenreich Käse produzieren. Wir haben auch ein Winterlager für Schnittkäse, also können wir diesen auch im Laden verkaufen. Weil das aber nur sehr wenig ist, verkaufen wir auch fremden qualitativ hochwertigen Biokäse von ausgewählten Läden.

IKK Südwest:

Ziegenkäse als Superfood – wie nährstoffreich ist der Käse?

Christine Kupka:

Unser Käse beinhaltet sehr gut verträgliches Fett. Es gibt sehr viele Menschen, die sehr empfindlich sind, für die ist das Produkt besonders gut. Unser Käse sättigt, man muss nicht viel Käse essen, um ihn nach zwei Stunden noch im Gaumen zu haben. Unser Renner ist ein halbfester Ziegenkäse, klein und rund mit ungefähr 150 g, den wir mit verschiedenen Kräutern veredeln. Den kann man ein oder zwei Mal quer durchschneiden und in die Pfanne legen. Er passt zu allem Möglichen und sättigt, als hätte man gerade eine richtig große Portion gegessen.

Vielen Dank für die tolle Zeit bei Ihnen, Frau Kupka!

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.rechhof.de
https://solawi-rhein-ahr.de/