IKK Südwest - iss einfach besser

Kohl ist ein typisches Wintergemüse

Falsch

Kohl gilt vielen als Wintergemüse, das man eigentlich nicht freiwillig isst. Sondern nur, weil es in der kalten Jahreszeit kein anderes frisches Gemüse gibt. Tatsächlich aber gibt es so viele Kohlsorten, dass sie das ganze Jahr über erhältlich sind und bestens zu einer gesunden Ernährung passen.

Seinen Ruf als Winter- und Arme-Leute-Essen trägt der Kohl völlig zu unrecht. Kaum ein anderes Gemüse bietet Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe in einer so ausgewogenen und gesunden Mischung wie die vielen erhältlichen Kohlsorten. Kohl ist ein typisches Wintergemüse

Rosenkohl beispielsweise enthält rund doppelt so viel Vitamin C als Zitronen. Schon 100 Gramm roher Wirsing decken unseren Tagesbedarf an Vitamin C.

Auch viele Vitamine des B-Komplexes wie Folsäure und Betacarotin und die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Eisen sind in Kohl reichlich vorhanden. Der hohe Anteil an Glucosinolaten ist nicht nur verantwortlich für den typischen Geruch beim Kochen. Die Senfölglycoside wirken antibakteriell, regulieren die Verdauung und können Cholesterin- sowie Blutzuckerspiegel günstig beeinflussen. Da ist es kein Wunder, dass Weißkohl, Rotkohl & Co den deutschen Gemüseanbau mit Abstand anführen.
Ein wahres Superfood ist rohes Sauerkraut. Durch die Fermentierung (=Reifung) entstehen wertvolle Milchsäurebakterien die in unserem Darm dringend gebraucht werden. Da diese Lactobacillen durch die Ballaststoffe gut verpackt sind, erreichen sie auch tatsächlich ihre Wirkungsstätte. Gleichzeitig sind die Ballaststoffe des Sauerkrauts auch schon „Proviant“ für die nützlichen Bakterien. Wichtig ist, dass das Sauerkraut wirklich nicht erhitzt wurde, also nicht aus der Konserve oder Tüte kommt. Tipp: beim Metzger oder an der Fleischtheke des Supermarkts danach fragen.

Heimisch geworden ist in unseren Regionen auch der Chinakohl, der Mitte des Jahres geerntet wird. Kohlrabi gibt es schon ab Mai und im Spätsommer kommen Blumenkohl und Brokkoli hinzu. Von Rotkohl, Weißkraut und Wirsing gibt es frühe Sorten, Herbstsorten und Dauerkohlsorten, die das ganze Jahr über verfügbar sind. Nur der Rosenkohl ist tatsächlich ein echtes Wintergemüse. Er wird im November und Dezember geerntet, denn erst nach dem ersten Frost entfalten die Röschen ihren vollen Geschmack.

IKK Südwest-Ernährungstipp

Weißkohl wirkt nicht nur verdauungsfördernd, sondern kann auch Blähungen verursachen. Die typische Kombination von Weißkohlgerichten mit Fenchel, Anis oder Kümmel macht das Gemüse viel bekömmlicher. Man kann es auch kurz in gesalzenem Wasser kochen, das Kochwasser wegschütten und den Kohl in ungesalzenem Wasser gar kochen, um die blähende Wirkung zu vermeiden.

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