IKK Südwest - iss einfach besser

Superfood aus der Region: 
Der Ziegenkäse vom RechHof in Schalkenbach (Rheinland-Pfalz)

IKK Südwest:

Guten Tag Frau Kupka, stellen Sie doch bitte mal den RechHof vor.

Christine Kupka:

Nachdem unser Sohn seine schulische Ausbildung abgeschlossen hatte, arbeitete er zunächst als Aushilfe bei einer Waldfarm mit einer kleinen Ziegenzucht. Anschließend begann er dann eine Ausbildung in der Landwirtschaft. Da es ihm sehr viel Spaß bereitete, gründeten wir nach seiner Ausbildung gemeinsam einen Ziegenhof.

IKK Südwest:

Wieviele Ziegen besitzen Sie?

Christine Kupka:

Wir haben jetzt rund achtzig Ziegen. Man rechnet eigentlich nur die Ziegen, die gemolken werden. Nachwuchs erwarten wir mindestens genauso viel; dieses Mal sehr viele Ziegen-Zwillinge.

IKK Südwest:

Sie betreiben Biolandwirtschaft. Was unterscheidet diese von der 
konventionellen Landwirtschaft und wie bekommt man so ein Siegel?

Christine Kupka:

Es gibt Richtlinien für eine artgerechte Haltung, die unter anderem beinhalten, dass der Platz für alle Tiere großzügig bemessen ist. Man sollte zudem so wenig Medikamente wie möglich verwenden. Es gibt gute biologische Ersatzmittel, beispielsweise Tannenäste gegen Wurmbefall. Bio bedeutet auch einen sorgsamen Umgang mit dem Futter der Tiere. Wir füttern unsere Ziegen mit Kräuterwiesen. Die Tiere benötigen Frischfutter und Raufutter. Wichtig ist uns auch die Artenvielfalt auf der Wiese. Wir bringen keine Gülle und keinen Klärschlamm auf. Wir haben uns für die Düngung die effektiven Mikroorganismen zunutze gemacht. Das ist ein Kräuterauszug mit besonders vielen Mikroorganismen, den wir auf die Wiese und auf das Heu aufbringen.

IKK Südwest:

Und wie sieht es hier mit Blick auf den Käse aus?

Christine Kupka:

Die Milch wird erhitzt, es kommt eine Kultur dazu. Eine Kultur ist eine Ansammlung von Organismen, in dem Fall ein Pulver, das den Käse bestimmt. Es gibt Kulturfirmen, die die Kulturen herstellen. Die Herstellung muss äußerst hygienisch vonstattengehen. Die Firmen geben auch das Rezept dazu, damit die Verhältnisse harmonieren. Für die Kulturen gibt es kein Biosiegel, aber das Lab, welches die Milch gerinnen lässt, muss Bio sein. Und die Kräuter, die in den Käse kommen, sind natürlich auch Bio.

IKK Südwest:

Sie bieten Urlaub auf Ihrem Hof an. Wie wichtig ist es Ihnen, das Bewusstsein 
für regionale Produkte zu stärken?

Christine Kupka:

Der Aufwand, Gäste in den Stall zu lassen, ist zeitlich schon sehr hoch; wir teilen uns das auch auf. Wir machen es aber sehr bewusst und laden auch Grundschulen und Kindergärten ein, damit sie auch sehen, wo die Lebensmittel herkommen und welche Tiere das sind. Sie stellen auch viele Fragen, die wir dann auch vor Ort beantworten. Und natürlich können sie bei uns Milch und Käse probieren.

IKK Südwest:

Projekt SoLaWi – Was genau bedeutet das und welche 
Rolle spielen Sie dabei?

Christine Kupka:

SoLaWi – Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass einer etwas erzeugt und andere daran teilhaben. Also dass man nicht nur sporadisch einkauft, sondern sich über einen Vertrag an einen Erzeuger bindet und ihn unterstützt, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Dadurch lernt man, dass es normal ist, dass in der Landwirtschaft mal etwas nicht zu haben ist. Durch monatliche und jährliche Beiträge unterstützt man den Landwirt, damit er weiterleben kann.

IKK Südwest:

Wie startet der Käseherstellungsprozess im neuen Jahr?

Christine Kupka:

Wenn wir Anfang des Jahres kleine Ziegen haben, trinken diese jeweils bei der Mutter für einen gegenwert von rund hundert Euro Milch; nach circa vier bis sechs Wochen kann ich anfangen mit dem Käsen. Dann trinken die Zicklein zwar immernoch tagsüber Milch, aber trotzdem können wir die Mütter morgens melken und sortenreich Käse produzieren. Wir haben auch ein Winterlager für Schnittkäse, also können wir diesen auch im Laden verkaufen. Weil das aber nur sehr wenig ist, verkaufen wir auch fremden qualitativ hochwertigen Biokäse von ausgewählten Läden.

IKK Südwest:

Ziegenkäse als Superfood – wie nährstoffreich ist der Käse?

Christine Kupka:

Unser Käse beinhaltet sehr gut verträgliches Fett. Es gibt sehr viele Menschen, die sehr empfindlich sind, für die ist das Produkt besonders gut. Unser Käse sättigt, man muss nicht viel Käse essen, um ihn nach zwei Stunden noch im Gaumen zu haben. Unser Renner ist ein halbfester Ziegenkäse, klein und rund mit ungefähr 150 g, den wir mit verschiedenen Kräutern veredeln. Den kann man ein oder zwei Mal quer durchschneiden und in die Pfanne legen. Er passt zu allem Möglichen und sättigt, als hätte man gerade eine richtig große Portion gegessen.

Vielen Dank für die tolle Zeit bei Ihnen, Frau Kupka!

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.rechhof.de
https://solawi-rhein-ahr.de/